Unter der Lupe: SG Ohlsbach/Elgersweier (Handball-Südbadenliga Männer)

Geschrieben von Michaela Quarti / www.handball-server.de

Nur wenige Tage vor dem Corona-Lockdown hatten der HC Hedos Elgersweier und der SV Ohlsbach publik gemacht, was hinter den Kulissen lange geplant worden war: eine Spielgemeinschaft im Männerbereich, nachdem es bei den Frauen die SG Ohlsbach/Elgersweier schon 15 Jahre gibt. „Wenn wir die Kräfte nicht bündeln, können wir auf Dauer nicht bestehen“, hatten damals SVO-Vorstand Raphael Kusch und Michael Kempf, der sportliche Leiter des HC Hedos, erklärt. Der Lockdown erschwerte dann zunächst das Zusammenwachsen. „Fürs Kennenlernen war dies nicht so gut“, gibt Trainer Mathias Eisele zu, andererseits war man sich nicht fremd: „Die Spieler haben teilweise schon zusammengespielt.“ Letztlich war durch die lange Vorbereitung aber auch viel Zeit, sich als Mannschaft zu finden.

Mit dem Südbadenligisten HC Hedos Elgersweier und dem Landesligisten SV Ohlsbach machen nun zwei Mannschaften gemeinsame Sache, die zuletzt eine Spielklasse getrennt hat. Die Mischung aus beiden Stammvereinen stimmt, wenngleich der HC Hedos die prominenteren Abgänge hatte. Spieler wie Philipp Hackl, der künftig Bindeglied zwischen Hedos-Vorstand und Mannschaft ist, Stéphane Robin, David Fritsch oder Daniel Stöcklin waren über Jahre in der Südbadenliga etabliert.

Das Trainerteam bilden Mathias Eisele, der vor einem Jahr zum SV Ohlsbach gekommen war, sowie Benjamin Sepp vom HC Hedos. Ob sich Mathias Eisele eher als Coach eines Landesliga-Aufsteiger oder eines Südbadenligisten sieht? „Als Zwitter“, lacht der Mann aus Haueneberstein, „wir verfügen jedenfalls über viel Erfahrung in der Südbadenliga.“ Auch vonseiten des SV Ohlsbach: Wie etwa Marvin Lehmann, Jan Richter oder Max Echle, der zuletzt wegen Schulterproblemen nur in der Abwehr eingesetzt werden konnte „und dem die Corona-Zeit geholfen hat, fit zu werden“, so der Coach. Wieder genesen von einem Kreuzbandriss ist auch Adrian Kurz. Eisele ist angesichts eines gut bestückten Kaders jedenfalls sicher: „Die Mannschaft ergänzt sich gut. Was der einen gefehlt hat, brachte die andere mit.“

Ziel ist ein gesicherter Platz im Mittelfeld – mit Corona-Abstand zur abstiegsgefährdeten Zone. „Wunderbar wäre Platz vier in unserer Gruppe, in der der TuS Altenheim der Topfavorit ist“, sagt Eisele – damit hätte man bereits vor der Meisterrunde den Klassenerhalt sicher und die „Saison positiv gestaltet“, so der Coach. Allerdings: Mit der zweiten Mannschaft von Köndringen/Teningen etwa kann man Pech oder auch Glück haben, die HU Freiburg ist als Aufsteiger euphorisiert und der TV Ehingen zu Saisonbeginn in der Ortenau stets eine unbekannte Größe. Die Hegauer sind dann am 3. Oktober auch erster Gegner in der Otto-Kempf-Halle in Elgersweier. Und ein häufiger Auswärtsspieltermin am Sonntag um 16.30 Uhr schmeckt Mannschaften aus dem Raum Offenburg traditionell nicht besonders. Zu vermeiden gilt es jedenfalls einen Stotterstart, wie ihn vergangene Saison der SV Ohlsbach hingelegt hatte. „Bei diesem Modus muss man sich gleich in den ersten Spielen richtig reinknien“, fordert Eisele, der handballerisch beim TuS Durmersheim groß geworden ist und nach seiner ersten Saison im Bezirk Offenburg ein überaus positives Fazit zieht. „Die Kameradschaft und der Zusammenhalt scheinen mir hier deutlich ausgeprägter zu sein“, findet Eisele und lacht: „Wenn ich das zuvor gewusst hätte, wäre ich drei, vier Jahre früher in den Bezirk gekommen.“

Der Kader

Tor: Michael Doninger, Maximilian Waidele, Vincent Wussler.

Feld: Florian Bruder, Sebastian Metelec, Jonas Huber, Jan Richter, Fabian Kessler, Sebastian Bruder, Mohamadou Sy, Max Echle, Mathis Isenmann, Oliver Stehle, Marvin Lehmann, Florian Vetter, Ruben Wolfarth, Adrian Kurz, Vincent Osswald, Tobias Jörger.

Trainer: Mathias Eisele; Co-Trainer: Benjamin Sepp; Torwarttrainer: Denis Kempf.

Zugänge: Michael Doninger, Florian Bruder, Jonas Huber, Jan Richter, Sebastian Bruder, Max Echle, Mathis Isenmann, Marvin Lehmann, Ruben Wolfarth, Adrian Kurz, Tobias Jörger (alle SV Ohlsbach), Maximilian Waidele, Sebastian Metelec, Fabian Kessler, Mohamadou Sy, Oliver Stehle, Florian Vetter, Vincent Osswald (alle HC Hedos Elgersweier), Vincent Wussler (TuS Ottenheim).

Abgänge Ohlsbach: Martin Geppert (Trainer 2. Mannschaft), Denis Kempf (Torwarttrainer).

Abgänge Elgersweier: Philipp Hackl (Karriereende), Stéphane Robin (Frankreich), David Fritsch (TuS Ottenheim), Kai Oehler (TuS Schutterwald II), Daniel Stöcklin (SG Scutro II), Paolo Scavelli (aufgehört).